Sticky Sturmsaison 2008 / 09 im Nordatlantik

      Sturmsaison 2008 / 09 im Nordatlantik

      Ab dem 1. September beginnt für gewöhnlich die Sturmsaison. Sie endet meist am meteorologischen Frühlingsanfang (d.h. am 1. März).

      Dieser Thread ist dazu gedacht, Tiefs aufzulisten (Namen, Koordinaten der höchsten Windgeschwindigkeiten und des niedrigsten Kerndrucks, Zugbahn und Datum), die die Voraussetzungen dafür erfüllen.

      Folgende Klassifizierung schlage ich vor:

      10m-Mittelwind < 35 Knoten / 60 km/h (Windstärke 7) : Tief

      10m-Mittelwind > 35 Knoten / 60 km/h, aber < 50 Knoten / 90 km/h (Windstärke 8 - 9) : außertropischer Sturm

      10m-Mittelwind > 50 Knoten / 90 km/h, aber < 65 Knoten / 118 km/h (Windstärke 10 - 11) : schwerer außertropischer Sturm

      10m-Mittelwind > 65 Knoten (an mindestens 2 Stationen oder in der GFS-Analyse) : außertropischer Orkan
      Ab hier gilt die Saffir-Simpson-Skala!
      Kategorie 1 : bis 83 Knoten (153 km/h)
      Kategorie 2: bis 95 Knoten (177 km/h)
      Kategorie 3: bis 113 Knoten (210 km/h)
      Kategorie 4: bis 135 Knoten (250 km/h)



      Die Windgeschwindigkeiten sind entweder diejenigen aus der GFS-Windanalyse oder sie stammen von Stationen unterhalb von 300m ü NN

      Weitere Fragen und Anregungen bitte hier hinein!
      DL1TVS

      Work:
      Experimental cloud physics, optical measurements (IPA Mainz)

      Projects:
      Skywarn Workgroups (spotter map, tornadoes, supercells, radar)
      Bis wie weit in den Süden werden die Tiefs oder außertropischen Stürme in Südeuropa beachtet ? Ich mein die berüchtigten Genautiefs die auch auf uns einen wesentlichen Einfluss haben, könnte man doch auch auflisten ?

      Grüße
      Texte in meiner Funktion als Moderator sind grün, alles andere ist meine private Meinung.

      Avatar: Superzelle vom 26.Mai 2007 im Ländle.
      Genuatief sind in der Regel keine Sturmtiefs. Also mir fällt im Grunde gar kein Vb-Tief ein, welches Sturmtiefcharakter hatte. Sturmtiefs entwickeln sich im Bereich großer Temperaturgradienten in Nord-Süd-Richtung und diese treten im Mittelmeerraum nicht auf.

      @Oli: Gilt die Saffir-Simpson-Skala denn offiziel für außertropische Tiefs? Ich kenne sie nur in Bezug auf tropische Wirbelstürme.
      Texte in meiner Funktion als Moderator sind grün, alles andere ist meine private Meinung.

      geschätzter Superzellenanteil in Deutschland:
      2006: 10 %
      2008: 30 %
      2010: 60 %
      2012: 95 %
      ... 2014: 105 % ???

      Patrick wrote:

      Genuatief sind in der Regel keine Sturmtiefs. Also mir fällt im Grunde gar kein Vb-Tief ein, welches Sturmtiefcharakter hatte. Sturmtiefs entwickeln sich im Bereich großer Temperaturgradienten in Nord-Süd-Richtung und diese treten im Mittelmeerraum nicht auf.

      @Oli: Gilt die Saffir-Simpson-Skala denn offiziel für außertropische Tiefs? Ich kenne sie nur in Bezug auf tropische Wirbelstürme.


      Wenn man es so sieht dann hast du schon recht aber ich meine das ein Genuatief unmittelbar am Alpenrand durchaus Sturmcharakter annehmen kann und das dies auch schon der Fall war. Müsste grad mal nachforschen wann das schon der Fall war, vllt. irre ich mich auch =)

      Grüße
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      Avatar: Superzelle vom 26.Mai 2007 im Ländle.
      @ Kleiner-Schwabe: Wenn es Sturmcharakter hat, dann aber wahrscheinlich nur auf den Bergen (vielleicht meinst du das sogar mit "unmittelbar am Alpenrand") und wenn dem so sein sollte, dann gehört es auch nicht in die Statistik, die Oli plant, weil die Messstationen deutlich jenseits der 300 ü. NN sind. Selbst Talstationen in den Alpen dürften das Höhenkriterium nicht erfüllen.
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      geschätzter Superzellenanteil in Deutschland:
      2006: 10 %
      2008: 30 %
      2010: 60 %
      2012: 95 %
      ... 2014: 105 % ???

      der thread ist gut

      Ich interessiere mich ja schon immer für unsere Herbst- und Winterstürme. Meine Homepage wird zur Zeit auf die Sturmsaison umgestellt. Bin mal gespannt wann der erste Sturm kommt. Aus dem Mittelmeer kommen in der Regel keine Stürme da die Alpen eine natürliche Barriere bilden. In den Alpen gibts bei Südströmung nur den Föhnsturm. Die bevorzugte Zugrichtung ist meistens über Grossbritannien Richtung Kanal und von dort Richtung Nordost zur Nordseeküste.


      Gruss Udo
      Hallo Patrick,

      meines Erachtens macht die Saffir-Simpson-Skala auch für außertropische Orkane Sinn, sofern man sich nicht auf den Minimaldruck und die Wellenhöhe bezieht, da diese stark von jener eines tropischen Orkans abweichen. Tropische Orkane entwickeln sich in Gebieten mit sehr schwachen horizontalen Druckgradienten, während bei den Orkantiefs in der Westwindzone oftmals ein starker Höhenkeil neben einem starken Höhentrog liegt, was für einen massiven horizontalen Druckgradienten sorgt. Hat man knapp südlich von Spanien ein 1040er Hoch (was extrem selten vorkommen dürfte) und zieht dann ein Tief mit knapp 980 hPa in Richtung Dänemark, dann kann dieser Orkan schon Windgeschwindigkeiten der Kategorie 2 erreichen. Ausschlaggebend ist immer der horizontale Druckgradient. Kyrill war auch nicht soo extrem niedrig im Kerndruck und trotzdem war er verheerend (eben weil über Südwesteuropa ein starker Höhenkeil lag).
      DL1TVS

      Work:
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      ich frage mich...

      ob die derzeit gültige Windstärkenskala noch Sinn macht. Ich stimme dir zu das die Saffir-Simpson-Skala immer mehr an Bedeutung gewinnt. Immer wieder haben wir Orkane mit Windgeschwindigkeiten von 150 km/h oder 170 km/h oder auch mehr (Kyrill). Auch die Niederschlagsmengen nahmen bei einigen Stürmen deutlich zu. Heftige Gewitter treten auch häufiger auf. [lexicon='Tornados'][/lexicon] werden meiner Meinung nach auch immer häufiger. Viele Sturm- oder Orkantiefs nehmen doch deutlich an Heftigkeit zu. Es stimmt auch das meistens dem ganzen ein kräftiges Hoch gegenüber stand. Aber spielt auch die Wassertemperatur und der Temperaturunterschied zwischen Nord und Süd eine grosse Rolle. So weit ich noch in Erinnerung hab betrug während der 6 Orkane 1990 der Temperaturunterschied 50 Grad. Im allgemeinen würde ich sagen das der erste Sturm nicht mehr lange auf sich warten lässt.


      Gruss Udo
      Hallo Udo,
      mir stellt sich die Frage woher du die ganzen Daten her hast?
      Ich wäre mit den Aussagen zu der häufigkeit von Stürmen, Gewittern, [lexicon='Tornados'][/lexicon] etc. vorsichtiger!

      Vielleicht hast du einen Link?

      Gruß
      Fabian
      Avatar: Blitz vom 31.Mai 08

      Meine Homepage: wetterfaszination.de
      Hallo Oliver,
      wohl ein überfälliges Novum, welches ich voll unterstütze. Da wir es ja meist mit Restanten der Hurricansaison zu tun haben, zeigen selbige aber in den letzten Jahren eine verstärkte Wirkung auf unser Wettergeschehen. Deshalb ist die Kategorisierung anhand der Windgeschwindigkeiten grob zulässig. Für die zu befürchtenden und einzuordnende Schäden ist Torro unabdingbar. Wie würdest Du das noch weiter konkretisieren(Anschaulichkeit)wollen? Nun denk einfach mal in der Konsequenz an Lauchhammer!
      Gruss
      Uwe
      SGLADSCHGLEI!
      Bei solchen Aussagen mit der Häufigkeit von Stürmen und [lexicon='Tornados'][/lexicon] muss man vorsichtig sein. Extrem hohe Windstärken hat es auch früher schon gegeben. So erreichte ein Föhnsturm in den Alpen 2002 rund 216 km/h und richtete Schäden in Bayern und BW an. Bei der Orkanserie 1990 betrugen die Spitzengeschwindigkeiten durchschnittlich 180 km/h. Ich habe mir erlaubt eine Sturmliste zu erstellen. Diese könnt Ihr auf meiner Page lesen ( Siehe Signatur ). Die Liste ist nur vorläufig. Bemerkenswert waren auch die Orkane Lothar und Martin 1999. Kyrill brauche ich ja nicht zu erwähnen und dann gabs ja auch noch Emma. Wenn man die Liste durchsieht fallen dann doch öfters mal die Begleiterscheinungen wie [lexicon='Tornados'][/lexicon] oder Starkniederschläge auf.

      Mal sehen was der Herbst und der Winter so bringt. Sturmtiefs können aber das ganze Jahr auftreten. Beispiel : 10.07.2002
      Orkan Anita sucht Berlin heim und löste [lexicon='Tornados'][/lexicon] im Nordosten aus oder 23.06.2004 Yasna mit einem [lexicon='Tornado'][/lexicon] F3.

      Gruss Udo
      Hallo Udo,

      hier musst du unterscheiden zwischen Mittelwind in 10 m Höhe und Spitzenböen. Diese werden meist bei Durchzug der Kaltfront durch Schauer- oder Gewitterzellen aus 850hPa heruntergemischt und sind somit konvektiven Charakters. Bestes Beispiel ist hierfür Emma. Bei Kyrill hingegen gab es auch im stabilen Warmsektor Windgeschwindigkeiten jenseits der 150 km/h. Und nur solche Stürme möchte Oliver erfassen.

      Grüße

      Erik
      Projekte:
      - Skywarn Deutschland Workgroups (Radar, Supercells)
      - Member Tornado Workgroup and ESSL